Vom ersten Eindruck bis zur Zykluszeit...
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Im Werkzeugbau wird nur selten über einen unverzichtbaren Teilprozess gesprochen, dessen Kosten und Zeitaufwand zwar gut sichtbar sind, dessen Ergebnis sich jedoch meist in ganz anderen Kennzahlen widerspiegelt, wie zum Beispiel:
• der Zykluszeit,
• den auf die gesamte Lebensdauer des Werkzeugs bezogenen Kosten,
• der Entformung,
• Produktivität und Stillstandszeiten,
• der langfristigen Zuverlässigkeit,
• Wartungsaufwand,
• Produktqualität,
• aber auch der Fertigungszeit und den Fertigungskosten,
• und letztlich der Zufriedenheit des Auftraggebers,
• der Vermarktbarkeit des Produktes,
• sowie dessen Wettbewerbsvorteil.Warum ist das so, und wie lässt sich dieser oft kaum erwähnte, manchmal fast als notwendiges Übel betrachtete Arbeitsschritt zu einem Wettbewerbsvorteil machen?
Vielleicht liegt der Grund darin, dass sich während der Herstellung eines Werkzeugs in den Auswertungen nicht die Auswirkungen dieses Arbeitsschrittes widerspiegeln, sondern nur dessen Zeit- und Kostenaufwand.
- Aus der obigen Auflistung wird jedoch deutlich, dass es sich in Wirklichkeit um eine vergleichsweise kleine, langfristige Investition mit erheblichem indirektem wirtschaftlichem Potenzial handelt!
Dieser Arbeitsschritt ist die Ausführung der Werkzeugoberfläche, denn das Ergebnis einer guten Oberfläche ist nicht nur, dass sie schön aussieht!
Wenn Zykluszeit, Entformung, Wartungsaufwand, Stillstandszeiten und Produktqualität wichtige Kennzahlen sind, warum betrachten wir die Oberflächenbearbeitung dann so oft lediglich als Kostenfaktor und nicht als einen Einflussfaktor auf genau diese Kennzahlen – also als eine der Möglichkeiten für den Erfolg, obwohl sie genau das ist?
- Die Herstellung einer geeigneten Oberfläche ist in der Regel ein einmaliger Aufwand, während sich die Folgen einer ungeeigneten Oberfläche während der gesamten Produktion immer wieder bemerkbar machen können.
Ungeeignete Oberfläche
- ✖ Bauteil bleibt im Werkzeug haften
- ✖ manueller Eingriff erforderlich
- ✖ längere Zykluszeit
- ✖ stärkere Ablagerungen
- ✖ höherer Trennmittelverbrauch
- ✖ laufende Kosten und Verluste
- ✖ ständiger Mehraufwand
- ✖ Lieferverzögerungen
- ✖ geringere Vermarktbarkeit des Produktes
- ✖ Reklamationen
Geeignete Oberfläche
- ✔ leichte Entformung
- ✔ stabiler automatisierter Produktionsablauf
- ✔ kürzere Zykluszeit
- ✔ geringerer Wartungsaufwand
- ✔ weniger Stillstand und geringerer Trennmittelverbrauch
- ✔ einmalige Kosten
- ✔ kontinuierliche Produktion
- ✔ planbare Liefertermine
- ✔ höherer Qualitätseindruck, besserer erster Eindruck
- ✔ zufriedenere Auftraggeber
- Ja, auch die Ausführung der Oberfläche beeinflusst all diese Faktoren – neben den übrigen Parametern wie Geometrie, Maßgenauigkeit, Kühlung usw.!
Das Ergebnis einer Oberflächenbearbeitung wird letztlich von allen gemessen – der eigentliche Prozess selbst wird jedoch nur selten als leistungsbeeinflussender Faktor wahrgenommen.
- Wird der Oberflächenbearbeitung die notwendige Aufmerksamkeit geschenkt, lassen sich folgende Vorteile erzielen:
- 1. Fertigungstechnische Vorteile
• bessere Entformung
• kürzere Zykluszeit
• weniger Stillstandszeiten
• geringerer Wartungsaufwand - 2. Wirtschaftliche Vorteile
• langfristig geringerer Aufwand
• geringere Verluste
• weniger Ausschuss
• stabilere Produktion - 3. Marktvorteile
• besserer erster Eindruck
• höherer Qualitätseindruck
• mehr Vertrauen beim Auftraggeber
• weniger Reklamationen
- Wenn Ihnen drei Produktmuster vorgelegt werden;
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- welches macht auf Sie den besseren ersten Eindruck?
Eine geeignete Oberfläche beeinflusst gleichzeitig die Effizienz der Fertigung und auch den Eindruck, den der Auftraggeber vom Produkt und dessen Hersteller gewinnt.
- Interessanterweise werden im Werkzeugbau nahezu alle wesentlichen Arbeitsschritte – von der Konstruktion bis zur CNC-Bearbeitung – fast immer erwähnt.
Die Oberflächenausführung fehlt jedoch häufig in dieser Aufzählung, obwohl ihre Ergebnisse Tag für Tag messbar sind.
Berücksichtigen wir daher die Auswirkungen der Oberflächenqualität nicht nur aus technischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht – unabhängig davon, ob es sich um hochglanzpolierte, strukturierte, geschliffene oder technisch polierte Oberflächen handelt!
Da Zykluszeit, Entformung, Stillstandszeiten, Wartungsaufwand und Produktqualität wichtige Kennzahlen sind, lohnt es sich, die Oberflächenbearbeitung nicht nur als ästhetischen Aspekt, sondern auch als einen Einflussfaktor auf diese Kennzahlen zu betrachten und ihre Bedeutung sowie die fachliche Kompetenz gegenüber Partnern und Auftraggebern entsprechend zu kommunizieren.
Ob mit eigener Kapazität oder durch die Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Partner – eine hochwertige Oberflächenausführung ist nicht nur ein Kostenfaktor, sondern eine langfristige Investition in die Effizienz der Fertigung, das Ansehen des Herstellers und die Zufriedenheit des Auftraggebers.